Die Wirtschaft Europas steckt derzeit in einer tiefen Krise. Das Bruttoinlandsprodukt der Bundesrepublik wuchs im letzten Quartal nur um 0,1 Prozent. Das ist das geringste Wachstum seit der Wirtschaftskrise im Jahre 2009. Auch anderen Ländern geht es nicht besser, da die Märkte Europas allesamt eng miteinander verbunden sind.
Der Euro droht, in der Inflation zu versinken, mehrere Länder stecken in der Schuldenfalle. Eurobonds könnten einen Weg aus der Krise darstellen, doch die Bundesregierung ist strikt dagegen. In der deutschen Wirtschaft scheiden sich die Geister. Der deutsche Außenhandelsverband BGA warnte nun vor einer weltweiten Wirtschaftskrise, die von den Euro-Staaten ausgelöst werden könnte. Derzeit sei zwar nur eine zyklische Abschwächung des Wachstums zu spüren, dies könne sich aber in den nächsten Monaten extrem verschlimmern, insofern nichts unternommen wird.
Anton Börner, Präsident der BGA, sprach von notwendigen „drastischen Schritten“ und warf der Politik des Landes Halbherzigkeit vor. Er plädierte wieder einmal für die Zustimmung zu gemeinsamen europäischen Staatsanleihen, den sogenannten Eurobonds.
Die Thematik der Eurobonds kam in den vergangenen Jahren schon mehrmals zur Sprache. Momentan sei die Situation in Europa so, dass jeder Staat zur Füllung der Haushaltskasse eigene Staatsanleihen verkaufe. Den Investoren müssen dafür Zinsen gezahlt werden. Diese unterscheiden sich jedoch je nach Staat und Haushaltssituation des selbigen. So seien Staaten wie beispielsweise Griechenland verpflichtet, viel höhere Zinsen zu zahlen als das wirtschaftsstarke Deutschland. Dies mache es aber Krisenstaaten noch schwerer, ihre Schulden zu tilgen. Somit schnappt die Schuldenfalle immer weiter zu. Es geht vor allem darum, nun die gesamteuropäische Wirtschaft zu stabilisieren. Durch Euro-Bonds würden die Zinsen für jedes Land gleich hoch ausfallen. Für Krisenländer ein enormer Vorteil – für starke Wirtschaftsnationen jedoch eine zusätzliche Belastung für die Steuerzahler.






