Europas Banken in der Euro-Krise

Quelle: Flickr/maha-online

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In welcher Lage befinden sich die europäischen Banks angesichts der Finanzkrise? Laut Experten müssen sie möglichst rasch ihr Kernkapital aufstocken. Besonders problematisch ist dabei die Lage der französischen Institute.

Ein Einstieg des Staates bei der Deutschen Bank wäre fuÌ?r Josef Ackermann wohl so etwas wie der Vorhof zur HoÌ?lle gewesen. Doch die Deutsche Bank ist vorerst gegen staatliche EinfluÌ?sse auch gefeit. Bei den Treffen der Finanzminister und der Staats- und Regierungschefs der EuropaÌ?ischen Union am Wochenende in BruÌ?ssel wurde vereinbart, den Banken ab Juli 2012 eine Kernkapitalquote von neun Prozent vorzuschreiben. Trotzdem haben sie dabei aber die MoÌ?glichkeit, sich das noÌ?tige Kapital am Markt zu besorgen. Im Vergleich zur Konkurrenz dürfte dies der Deutschen Bank auch leicht fallen. Wenn sie solche Maßnahmen uÌ?berhaupt braucht. Denn zuletzt gab sie ihre Kernkapitalquote mit mehr als zehn Prozent an.

Die Kernkapitalquoten bezeichnen den Anteil der Aktiva in der Bilanz der Banken, die durch Eigenmittel gedeckt sind. Bei der sogenannten harten Kernkapitalquote handelt es sind zum Einen um Stammkapital und RuÌ?cklagen, zum Anderen um eigene Aktien. Eine hoÌ?here Quote senkt dabei das Pleiterisiko. Das bedeutet, dass dadurch auch die Guthaben der Kunden sicherer sind. Wenn die Institute Gewinne einbehalten, um die Quote zu erhoÌ?hen, ist es wahrscheinlich, dass die Dividenden sinken und die GebuÌ?hren steigen.

Die Lage von anderen Instituten ist um einiges dramatischer als die Lage der Deutschen Bank. UnterhaÌ?ndler in BruÌ?ssel beziffern den Kapitalbedarf europaÌ?ischer Banken auf insgesamt 108 Milliarden Euro. Davon sind 38 Prozent Banken in Griechenland, Portugal und Irland zuzurechnen. Besonders schwierig ist die Lage der franzoÌ?sischen Banken, die durch einen Schuldenschnitt fuÌ?r Griechenland besonders getroffen werden.

Frankreichs PraÌ?sident Nicolas Sarkozy hatte deswegen den Wunsch geäußert, dass die EuropaÌ?ische Zentralbank (EZB) einspringt. Aus diesem Grund war er vergangene Woche nach Frankfurt am Main gejettet, waÌ?hrend seine Frau im Kreißsaal lag. Er sprach mit Angela Merkel und dem scheidenden EZB-PraÌ?sidenten Jean- Claude Trichet, stieß dabei jedoch auf Ablehnung. Die EZB meint nun, dass sie außen vor bleiben will. Wenn LaÌ?nder ihre Banken nicht alleine retten können, sollen sie den Rettungsfonds EFSF anzapfen koÌ?nnen. Das entspricht auch der Empfehlung von Bundesbank-PraÌ?sident Jens Weidmann: “Die private Aufnahme von Kapital muss das Mittel der ersten Wahl sein. Erst wenn das nicht klappt, dann sollte der Staat einspringen. Und in LaÌ?ndern, in denen der Staat dies aus eigener Kraft nicht leisten kann, steht die EFSF bereit”. Der Fonds soll uÌ?ber Mittel von 440 Milliarden Euro verfuÌ?gen soll, dürfte Banken jedoch nicht direkt versorgen.

Gegen diese Variante regt sich in Deutschland Widerstand. “Es darf nicht sein, dass der deutsche Steuerzahler die franzoÌ?sischen Banken rekapitalisiert. Wir haben mit der HRE und den Landesbanken genug am Hals, jedes Land muss sich um seine eigenen Banken kuÌ?mmern”, äußerte FDP-Finanzexperte Frank SchaÌ?ffler gegenüber dem Tagesspiegel.

 

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